Kosten- und Leistungsrechnung
Inhaltsverzeichnis
Inhalt der Arbeit:
Aufgabe 7:
Die Heinrich Strohauer OHG hat ihr Vermögen im Umfang von 1 Mio. DM langfristig fremdfinanziert. Sie zahlt für 600 000 DM 9 % Fremdkapitalzinsen p.a., für weitere 200 000 DM 10 % und für die restlichen 200 000 DM 12 %.
Da die Kosten einen bewerteten Güter- und Dienstleistungsverzehr zum Zwecke der betrieblichen Leistungserstellung darstellen, wird das zu Beginn des Jahres 1999 in der Unternehmung gebundene Kapital aus der Bilanz zum 31.12.1998 wie folgt ermittelt:
Aktiva Passiva
I. Anlagevermögen I. Eigenkapital 600.000
1. Bebaute Grundstücke 300.000 II. Fremdkapital
Unbebaute Grundstücke 150.000 1. Langfr.Fremdkapital 1 000.000
Maschinen 440.000
Fahrzeuge 80.000
Betriebsausstattung 80.000 2. Verbindlichkeiten aus
Warenlieferungen und
Leistungen 100.000
3. Anzahlungen 20.000
II. Umlaufvermögen
1. Vorräte 450.000
2. Forderungen 150.000
3. Zahlungsmittel 70.000
Bilanzsumme 1 720.000 1 720.000
Die einzelnen Vermögensposten sind wie folgt unter dem Gesichtspunkt der Kosten-berechnung zu modifizieren:
I. Anlagevermögen
zu Nr. 1: Der unter Berücksichtigung des Abzugs kalkulatorischer Abschreibungen
sich ergebende kalkulatorische Restwert beträgt 400.000,-- da aus steuer-
lichen Gründen in der Bilanz stärker abgeschrieben wurde. Davon sind be-
baute Grundstücke im Wert von 40 000,-- vermietet.
zu Nr. 2 Die unbebauten Grundstücke werden nur zu einem Drittel betrieblich als
Parkraum und Lagerplatz genutzt.
zu Nr. 3 Der kalkulatorische Restwert beträgt 600.000,-- da aus steuerlichen
Gründen in der Bilanz stärker abgeschrieben wurde.
zu Nr. 4 Kalkulatorischer Restwert = 100 000,-- . Begründung wie bei Nr. 3
zu Nr. 5 Kalkulatorischer Restwert = 110 000,-- . Begründung wie bei Nr. 3.
II. Umlaufvermögen
zu Nr. 1: Die Vorräte am Bilanzstichtag sind überhöht. Überlegen rechnet mit einem
Durchschnittsbestand von 300 000,-- monatlich.
zu Nr. 2 Gleiches gilt für die Forderungen. Der Durchschnittsbestand kann mit
100 000,-- monatlich angenommen werden.
zu Nr. 3 Der Bestand an Zahlungsmitteln soll dem Durchschnittsbestand ent-
sprechen.
Die Anzahlungen der Kunden stehen zinslos zur Verfügung. Die Lieferantenkredite werden unter Verzicht auf einen möglichen Skontoabzug in Anspruch genommen.
Das betriebsnotwendige Kapital soll mit 10 % p.a. verzinst werden.
a) Ermitteln Sie das betriebsnotwendige Vermögen (Kapital) und an-
schließend die kalkulatorischen Zinsen. Wonach sollte sich die Wahl
des Zinsfußes richten?
b) Wieso wird in der Kostenrechnung nicht mit den tatsächlich gezahlten
Zinsen gerechnet?
c) Welche Bedeutung hat das Abzugskapital?
Aufgabe 8: Lernzielkontrolle
1. Worin unterscheiden sich externes und internes Rechnungswesen?
2. Welche Aufgaben haben die Kostenarten-,Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung?
3. Nennen Sie Beispiele für Entscheidungen, die mit Hilfe der Kosten- und Leistungsrechnung vorbereitet werden können.
4. Halten Sie es für sinnvoll, daß der Preis eines neuen Produktes von den Kosten abgeleitet werden muß?
5. Worin besteht der Unterschied zwischen Ist-, Normal- und Plankostenrechnung?
6. Was versteht man unter Kostenschlüsselung? Nennen Sie ein Beispiel.
7. Worin unterscheiden sich echte und unechte Gemeinkosten?
8. Worin unterscheiden sich der Aufwand und die Ausgabe?
9. Welche Probleme der Verrechnung der Gemeinkosten auf das Produkt ergeben sich in der Vollkostenrechnung?
10. Wie läßt sich die Preisuntergrenze ermitteln?
11. Worin liegt der grundlegende Unterschied zwischen der starren und flexiblen Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis?
12. Erläutern Sie anhand eines selbstgewählten Beispiels die relevanten Kosten.
13. Wie läßt sich die Verbrauchsabweichung bestimmen? Führen Sie ein Beispiel an.
14. Erläutern Sie Vor- und Nachteile der Inventurmethode.
15. Wie lassen sich die Personalkosten senken
Aufgabenlösungen
Aufgabe 7:
a)
betriebsnotw. Anlagevermögen 1.220.000,-
+ betriebsnotw. Umlaufvermögen
Vorräte 300.000,-
Forderungen 100.000,-
Zahlungsmittel 70.000,-
= betriebsnotw. Vermögen 1.690.000,-
- Abzugskapital 120.000,-
= betriebsnotw. Kapital 1.570.000,-
Kalkulatorische Zinsen:
betriebsnotw. Kapital * kalk. Zinssatz = kalk. Zinsen
kalk. Zinsen = 0,10 * 1.570.000,-
= 157.000,-
Wahl des "richtigen" kalkulatorischen Zinssatzes Orientierung an den tatsächlichen Fremdkapitalzinsen oder an den mit dem Eigenkapital außerhalb des Unternehmens erzielbaren Zinsen (Opportunitätskosten)
In diesem Beispiel läßt sich der von Überlegen angesetzte Eigenkapitalzinsssatz aus folgendem Ansatz (gewogenes arithmetisches Mittel) berechnen:
0,10 * 1.570.000 = 0,09 * 600.000
+ 0,10 * 200.000
+ 0,12 * 200.000
+ x * 570.000
woraus für den geforderten Eigenkapitalzins x = 10,35 % p. a. resultiert.
Für unser Beispiel kommt das der Unterstellung gleich, daß Überlegen mit einer Alternativverzinsung des Eigenkapitals außerhalb der Unternehmung von 10,35 % p. a. rechnet. In der Praxis wird häufig mit dem für langfristige, risikolose Kapitalanlagen erzielbaren Zinssatz gerechnet, wie er z. B. bei Anleihen des Bundes, der Länder oder von Hypotheken und Pfandbriefbanken erzielbar ist.
b)
Auch für das eingesetzte Eigenkapital sollen Zinsen angesetzt werden, wobei mit dem kalkulatorischen Zinssatz eine Mindestverzinsung zum Ausdruck gebracht wird.
Die KoLeiRe soll von kurzfristigen Zinsschwankungen freigehalten werden.
Die Zinsen haben den Charakter von Opportunitätskosten, die den Gewinn einer anderweitigen Verwendung des Kapitals angeben.
c)
Es stellt das der Unternehmung zinslos zur Verfügung stehende Kapital dar. Seine Bestimmung ist insbesondere im Hinblick auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nicht unproblematisch, weil die Kosten für Lieferantenkredite möglicherweise in den Preisen enthalten sind und/oder die Kosten für nicht genutzte Skonti zu berücksichtigen sind.
Aufgabe 8:
1.
Internes RW Externes RW
Kalkulatorische Kosten
Instrumente
Adressatenkreis U-leitung Aktionäre, Gläubiger, Fiskus, Lieferanten, Kunden, Öffentlichkeit, U-leitung
Vorgabe Keine Vorgabe von außen
(es muß zweckmäßig sein) Vorgaben durch den Gesetzgeber
(HGB, Steuergesetze)
Zwecksetzung Steuerung d. Unternehmens
Kontrolle der Wirtschaftlichkeit
Fundieren von Entscheidungen Information von Externen sowie Gläubigerschutz
Nicht zur U-steuerung geeignet, da keine Aufteilung in Produkte und Unternehmensteile
2.
Kostenartenrechnung: Welche Kosten sind angefallen?
Gliederung sowie überschneidungsfreie Erfassung der Kostenarten
Kostenstellenrechnung: Wo sind die Kosten angefallen? (Verteilung der Kosten auf die KSt)
Kontrolle der Wirtschaftlichkeit
Ermittlung der Zuschlagssätze
Kostenträgerrechnung: Für welche Produkte sind die Kosten angefallen?
Ermittlung der Vollkosten pro Produkteinheit
Verursachungsgerechte Zuordnung der Kosten auf das Produkt
3.
Investitionsentscheidungen
Vorkalkulation
Produkt erzeugen oder nicht
Make-or-Buy
Miete - Kauf
Preisuntergrenze (Mindestpreisfindung)
Preisobergrenze
Zusatzauftrag eines Kunden
Maschinenbelegung
Stillegung von Fertigungsteilen
Bestimmung des kostengünstigsten Fertigungsverfahrens
4.
Sowohl an den Kosten als auch an den Nachfrage- und Wettbewerbsbedingungen orientieren
Wenn ein neues Produkt auch von der Konkurrenz bereits angeboten wird die Angebotspreise der Konkurrenz spielen eine Rolle
Wird ein Produkt erstmals eingeführt Orientierung an Vorgänger- und Substitutionsprodukten
z. B. Bierkästen aus Kunststoff Orientierung an der Haltbarkeit und dem Preis eines Hölzernen Bierkastens
5.
Istkostenrechnung: (Literatur: Zimmermann S. 7/8)
Hier werden die tatsächlich angefallenen Kosten erfaßt, d. h. die effektiv angefallenen Verbrauchsmengen (Istmengen) werden mit den Istpreisen multipliziert. (Istverbrauch zu Istpreisen)
Sie wird am Ende der Rechnungsperiode durchgeführt
Sie dient zum Zwecke der Ergebnisrechnung und der Nachkalkulation
Praxis: Es existiert keine reine Istkostenrechnung - warum?
Bestimmte Kostenarten werden mit einem Durchschnitts- oder Planwert verrechnet
z. B. werden bestimmte Kosten durch eine zeitliche Abgrenzung bestimmt (z. B. Abschreibung) es tritt zwangsläufig eine gewisse Planung hin
Da bestimmt Kostenarten laufenden Veränderungen unterliegen, wie z. B. Kalk. Zinsen, Versicherungsbeiträge, Steuern etc. und sie z. T. erst am Ende der Periode kalkuliert werden können, setzt man hierfür durchschnittliche oder normalisierte Größen an.
Vorteil: In den Kalkulationsergebnissen ist die tatsächliche Kostenhöhe für die erbrachte Leistung enthalten.
Nachteile:
- Rechnerisch schwerfällig, denn in jeder Periode müssen die Kalkulationssätze für alle Leistungen neu gebildet werden
- Keine Möglichkeit der Kostenkontrolle, da keine Sollkosten vorhanden sind
- Stellt keine Basis für unternehmerische Entscheidungen dar
Normalkostenrechnung:
Hier werden die durchschnittlichen Ist-Kosten der Vergangenheit (statistische Mittelwerte) angesetzt (z. B. Wagnisse)
Die Normalisierung erfolgt für die Preise und für die Verbrauchsmengen der Faktoren
Die normalerweise anfallenden Kosten werden häufig durch aktualisierte Mittelwerte, die die veränderten, gegenwärtigen und zukünftigen Kosteneinflußgrößen erfassen, korrigiert
Vorteil:
Zufälligkeiten und Unregelmäßigkeiten, die durch Markteinflüsse und im Leistungsprozeß auftreten können, werden ausgeschaltet.
Nachteile:
- Keine exakte Nachkalkulation
- Keine aussagekräftige Kostenkontrolle
Plankostenrechnung:
Plankosten auf Basis einer anspruchsvollen Zielplanung
- starre PKR: Planung nur für 1 Beschäftigung (Planbeschäftigung)
für die Kostenkontrolle nicht geeignet
- flexible PKR: Aufteilung in fix und variabel
Ermittlung der Sollkosten
Ermittlung von Preis-, Beschäftigungs-, und Verbrauchsabweichung
für die Kostenkontrolle gut geeignet
6.
Kostenschlüsselung:
Verteilung der Gemeinkosten auf
- die KSt Wert-, Mengenschlüssel
- den Kostenträger EK ist der Schlüssel
7.
Gemeinkosten
(Nicht unmittelbar auf Kostenträger zurechenbar z. B. MGK, FGK)
Unechte GK Echte GK
Variable Kosten
Verändern sich mit der Veränderung der Ausbringungsmenge Fixe Kosten
Bleiben bei Veränderungen der Ausbringungsmenge konstant
Unechte GK: Direkt erfassbar, aber aus Wirtschaftlichkeitsgründen nicht direkt erfaßte Kosten, z. B. Stromkosten, Kosten für Hilfsstoffe (Nägel, Leim, Farben)
Echte GK: Diese sind auch bei genausten Erfassungsmethoden nicht dem einzelnen Kalkulationsobjekt direkt zurechenbar.
8.
Ausgabe 2 3
1 Aufwand
Ausgabe: Das Geldvermögen wird beeinflußt (Zahlungsmittelbestand, Verbindlichkeiten)
Aufwand: Periodisierte erfolgswirksame Ausgabe
1 Kauf und Lagerung von Rohstoffen
2 Kauf von Rohstoffen und Verbrauch in derselben Periode
3 Lagerentnahme von Rohstoffen, die in der Vorperiode gekauft wurden
Frage: Wo verändert sich das Geldvermögen, wenn ein Unternehmen einen Kredit in bar annimmt?
Antwort: Keine Veränderung des Geldvermögens, da die Kasse und die Verbindlichkeiten in gleicher Höhe zunehmen.
9.
Probleme:
Zu hohe Zuschlagssätze
Schlüsselung der Kosten in der Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung
Welcher Schlüssel soll verwendet werden?
Die Vollkosten pro Produkt sind nicht immer die entscheidungsrelevanten Kosten
d. h. es können Fehlentscheidungen getroffen werden
z. B. - Man kalkuliert sich aus dem Markt
- Unnötige Eliminierung von "Verlustprodukten"
10.
Preisuntergrenze:
Mindestpreisfindung
Bei kurzfristigen Entscheidungen: variable Kosten
Es muß geprüft werden, ob sich die Annahme eines Auftrags zu einem vorgegebenen Preis noch lohnt
11.
Starre PKR:
Es wird nur für 1 Planbeschäftigung geplant und auf dieser Basis auch die Plankosten verrechnet
Nicht zur Kostenkontrolle geeignet
Flexible PKR:
Aufteilung in fixe und variable GK
Ermittlung der Sollkostenkurve
Ermittlung der Preis-, Beschäftigung- und Verbrauchsabweichung
12.
Relevante Kosten: Kosten, die von einer Entscheidung betroffen sind
Als relevant sind die Kosten zu bezeichnen, die von einer Entscheidung über eine bestimmte Aktion (Maßnahme) zusätzlich ausgelöst werden und demzufolge auch bei der kostenmäßigen Beurteilung dieser Disposition zu berücksichtigen sind.
Beispiel: Ein am Rande der Großstadt wohnender Autobesitzer denkt darüber nach, o es kostengünstiger ist, für eine Einkaufsfahrt in die Innenstadt seinen eigenen PKW oder die Straßenbahn zu benutzen.
In diesem Kalkül dürfen nicht sämtliche Pkw-Kosten einbezogen werden, sondern nur die Fahrleistungsabhängigen Kosten (Treibstoffkosten, evtl. auch ein Reifenverschleiß)
Nicht relevant wären: Kfz-Steuer, Haftpflichtversicherung, Garagenmiete
13.
Verbrauchsabweichung: Ki -Ks
Ki = Ist-Kosten = 29.000 DM
Ks ( bi ) = vP ( bi ) * qP + Kf P
= 5000 * 4 + 5000 = 25.000 DM
Ki-s = 29.000 - 25.00 = 4.000 DM
Innerbetriebliche Unwirtschaftlichkeiten sind vorhanden, da die Plankosten bezogen auf die Istbeschaffung (Sollkosten) überschritten wurden (oder Planungsfehler)
14. Inventurmethode:
Vorteil:
Keine verwaltungsmäßige Belastung, da keine Materialentnahmescheine vorhanden sind
Nachteile:
Nicht festellbar, für welche Kostenträger und welche KSt die Lagerentnahme erfolgte
Keine laufende Kontrolle
Bestandsminderungen durch Diebstahl oder Schwund sind nicht festellbar
15.
Senkung der Personalkosten:
Entlassungen (aber vorher fallen z. B. Abfindungen an)
Stärkere Überwälzung von Sozialkosten (z. B. gesetzliche Sozialleistungen) auf die Arbeitnehmer
Weitere Lohnnebenkosten kürzen (z. B. Weihnachtsgeld, Gratifikationen, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall)
Vorruhestand
kürzere Arbeitszeit VW-Modell
Mehr Maschineneinsatz